Verantwortung für Taten und Daten

Ging es um lebenswichtige operative Verfahren (Produktion, Zahlungsabwicklung), dann war noch vor kurzem traditionell klar, wer allein sowohl für sämtliche diesbezüglichen Taten (Aktivitäten und Entscheidungen) als auch die dazugehörigen Daten verantwortlich ist: Autoritäten in den Fachbereichen. Stellten die IT-Abteilungen den Spezialisten in den Fachbereichen noch Verfahrensspezialisten in der IT gegenüber, entstand über die Jahre und in enger Abstimmung ein treffsicheres, wirksames System, das die Daten im Sinne einer "Good Governance" verwaltete.
Heute, wo die Innovation auf Seiten der IT stürmisch verläuft und die zugehörigen Daten flutartig anschwellen, ist dieses Szenario ernsthaft bedroht. Die IT hat zuwenig Tatkraft (und Entscheidungsgewicht), als dass sie einen Entscheidungsprozess starten und durchziehen könnte, der alle mit einbezieht und jedem seinen Platz in der Entscheidung für datentechnische Innovationen anweist. Und so  
Gedrängt durch harte regulatorische oder geschäftliche Erfordernisse greifen Vorstände (oft gar nicht die Fachbereichsleiter) dann gerne jene „guten Vorschläge“ auf, die schon immer ein „moderneres und leistungsfähigeres System“ zum Kauf empfahlen.
Der Vorstand kauft die Lizenz und setzt mit der IT ein Projekt auf. Dieses kann seinen Erfolg mit vielen Protokollen belegen, und bald schon glänzt die Lösung, vergleichbar einer neuen Lokomotive, im Sonnenschein.
Sie fährt aber nicht! Denn die Fachbereiche haben sowohl ihre Taten als die dazugehörigen Daten bereits entkoppelt, haben andere Schienenbreiten, hören auf andere Signale, und können mit den zur Analyse angebotenen Daten nichts anfangen: dieses System, diese Lösung und, vor allem: diese Daten habe, so heißt es, niemand bestellt.
Was ist passiert?

Wir erleben oft, dass sich Fachbereiche schon so lange aus der Datenverantwortung zurückgezogen haben, dass sie auch kaum mehr dazu kommunizieren, weder intern noch mit der IT.  Ihre Taten (für die sie verantwortlich sein wollen) stimmen mit den Daten des Unternehmens (für die sie verantwortlich sein sollen) nicht mehr überein. Andere Fachbereiche vereinnahmen die Daten,  für die sie verantwortlich sind, so sehr, dass sie diese allzu einseitig interpretieren, und damit allen anderen eine unternehmensweit abgestimmte Sichtweise verbauen.  
Will man so etwas wieder drehen und auf einen zukunftssicheren Weg zurückbringen, dann empfiehlt sich vor allem eine wirkungsvolle Kommunikationsstrategie, die alle Beteiligten erfasst. Es gilt, genau dort lebendige Zentren intensiver Zusammenarbeit einzurichten, wo jetzt Wüste ist und man oft nur mehr Gräben, Mauern und Abwehrhaltung wahrnimmt: an der Schnittstelle von Fachbereichen (auch untereinander), Projekten und IT.
Wir hatten oft mit diesem Thema zu tun und wissen: Verantwortung für Taten und Daten wird am Besten durch das Regelwerk einer wirkungsvollen Data Governance wieder zurechtgerückt, egal ob in der Linie oder im Projekt. Das kann man etwa auch in einem Artikel des Trend Magazins vom Dezember 2019 gut nachlesen.

Erst so können Verantwortlichkeiten wieder hergestellt und alle Beteiligten zu abgestimmten Taten auf Augenhöhe vereint werden. Genau dazu bieten wir gerne auch Ihnen Unterstützung an. Kontaktieren Sie uns!

 

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